Bruno Gironcoli

Casted Enigma

„Ich versuche, in Umschreibungen, in Umwegen, in der Psychologisierung der Umwelt das Menschenbild zu erfassen, weil die Darstellung, die Abbildung für mich zu wenig ergibt.“1

Das Werk des 2010 verstorbenen Bildhauers Bruno Gironcoli beschreibt in seiner Rätselhaftigkeit und Eigenwilligkeit einen höchst persönlich geprägten Kunstkosmos, der eine Sonderstellung innerhalb des zeitgenössischen Kunstschaffens einnimmt. Alltagsgegenstände mutieren in seinen Skulpturen zu künstlerischen Versatzstücken, welche Geburt, Elternschaft, Eros, Gewalt und Sexualität thematisieren und in Form einer privaten Mythologie zu Metaphern menschlicher Existenz werden.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Bruno Gironcoli Werk Verwaltung GmbH Wien und der Galerie Elisabeth & Klaus Thoman Innsbruck/ Wien realisiert.

Kuratoren: Thomas Häusle, Herta Pümpel

 
1) „Anmerkungen zur menschlichen Figur – Auszüge aus einem Gespräch mit Bruno Gironcoli, geführt von Bettina M. Busse“, in: Bruno Gironcoli. Arbeiten von 1962-1995, Kat. Bregenzer Kunstverein, 1995. S. 11.

 

KR19-Gironcoli-Einladung-Email

 
1996 - 2004 Courtesy Bruno Gironcoli Werk Verwaltung
2006 Courtesy Galerie Elisabeth und Klaus Thoman, Innsbruck/ Wien
1997 - 2003 Courtesy Galerie Elisabeth und Klaus Thoman, Innsbruck/ Wien
2008 Courtesy Galerie Elisabeth und Klaus Thoman, Innsbruck/ Wien
1996 Courtesy Galerie Elisabeth und Klaus Thoman, Innsbruck/ Wien
Bruno Gironcoli
2001 Courtesy Galerie Elisabeth und Klaus Thoman, Innsbruck/ Wien

Bruno Gironcoli

Pressetext Kunstraum Dornbirn

Das Werk des 2010 verstorbenen Bildhauers Bruno Gironcoli beschreibt in seiner Rätselhaftigkeit und Eigenwilligkeit einen höchst persönlich geprägten Kunstkosmos, der eine Sonderstellung innerhalb des zeitgenössischen Kunstschaffens einnimmt.

Alltagsgegenstände mutieren in seinen Skulpturen zu künstlerischen Versatzstücken, welche Geburt, Elternschaft, Eros, Gewalt und Sexualität thematisieren und in Form einer privaten Mythologie zu Metaphern menschlicher Existenz werden lassen. Gegenständliche und ornamentale Formen werden Assemblage- artig zu überdimensionalen Werken gegossen, die an Maschinen erinnern und durch Symbole und provokative Schnörkel zusätzlich optisch und inhaltlich aufgeladen werden. Themen wie Entfremdung, Unterdrückung, Genderfragen und Hierarchie- Verhältnisse werden von Bruno Gironcoli in einer suggestiv visuellen Formensprache bearbeitet und positioniert. Er entwickelte eine unverwechselbare, ureigene Ausdrucksform, die die aktuellen Themen nicht plakativ abbildete –  vielmehr versuchte er die komplexen Fragestellungen mit Hilfe seiner eigenen bedrängenden Bildwelten und Vorstellungen zu bewältigen.

Bekannt wurde er vor allem durch seine Großplastiken, die er in den 80er Jahren in seinem Bildhaueratelier/ Böcklinstrasse im Wiener Prater schuf. Als Professor der Meisterklasse für Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien verfügte er über ein riesiges Atelier, das es ihm ermöglichte, völlig neue Wege in seiner Arbeit zu beschreiten. Die Ausstellung im Kunstraum Dornbirn konzentriert sich auf diese sehr intensive künstlerische Schaffensphase. Die ausgestellten Großplastiken, die alle in der Technik des Aluminiumgusses produziert wurden, verbreiten in der ehemaligen Montagehalle eine faszinierende, magisch- rätselhafte und streckenweise verstörende Wirkung.

Die Skulpturen beeindrucken durch ihre schiere Maßlosigkeit, die sich nicht nur in der Größe, sondern auch in der Komplexität der Hintergründe offenbart. Die ästhetisch reizvolle Form, die von vielschichtigen Bedeutungen geprägt ist, spricht Archaisches und Technisches gleichzeitig an. Die faszinierend- fremde Ästhetik seiner Skulpturen, die absolute Authentizität seiner Herangehensweise, seine lebenslange Beschäftigung mit allen Facetten menschlichen Daseins, lassen die Wirkung seines Oeuvres auch nach seinem Tod ungebrochen aktuell und fesselnd erscheinen.

Die Ausstellung konnte in Zusammenarbeit mit der BRUNO GIRONCOLI Werk Verwaltung GmbH Wien und der Galerie Elisabeth & Klaus Thoman Innsbruck/ Wien realisiert werden.