Kunst Raum Stadt
Ein künstlerisches Augmented Reality Projekt
erprobt neue Darstellungsformen

Der Kunstraum Dornbirn ist ein wichtiger Baustein für die Kunst im öffentlichen Raum in Dornbirn. Im Stadtgarten neben der Ausstellunghalle sowie beim Gelände des Rundfunkhauses kann bereits eine umfangreiche Sammlung mit Werken von u.a. Esther Stocker, Herbert Meusburger, Kurt Matt… betrachtet werden.

Nun präsentiert der Kunstraum Dornbirn  in einem gemeinsamen Projekt mit der Stadt Dornbirn, ein neues Ausstellungsformat, das den öffentlichen um den digitalen Raum erweitert. Besucher*innen die sich selbständig durch die Stadt bewegen können eine Ausstellung mit sechzehn digitalen Skulpturen von Erwin Wurm entdecken und erleben.

Und dafür braucht es nicht viel: ein Smartphone, eine App und einen Spaziergang durch Dornbirn. Wie das im Detail funktioniert erfahren Sie unter Anleitung.

Internationale Entwicklungskooperation
im Bereich Augmented Reality

Das digitale Ausstellungsprojekt ist eine Welt-Premiere und zugleich ein erster sichtbarer Schritt der in der erweiterten Kulturstrategie 2030 formulierten Maßnahmen. Auf spielerische Weise wird das Stadtgebiet von Dornbirn über die Sommermonate künstlerisch aufgeladen und attraktiviert. Kunst Raum Stadt ist eine virtuelle Ausstellungshalle im realen Raum. Dazu werden digitale Skulpturen im realen Raum über QR Codes fixiert. Mittels der wikar AR-APP auf dem Smartphone können diese Werke von den Besucher*innen und ihrer Begleitung betrachtet, fotografisch festgehalten und über Social Media versendet werden. Sie können mit den Skulpturen auf der virtuellen Ebene verschmelzen und so für einen Moment zu einem partizipativen Teil der Kunstwerke werden. 

Erwin Wurm zählt zu den international renommiertesten österreichischen Künstlern und hat mit seinen humorvollen Arbeiten immer wieder auch im öffentlichen Raum große Aufmerksamkeit erregt. Wurm ist Träger des Großen Österreichischen Staatspreises (2013) und „Österreicher des Jahres 2015“ in der Kategorie „Kulturerbe“. Wie schon in den „One Minute Sculptures“ oder der Objektverschmelzungswerkserie nimmt Erwin Wurm die Betrachter*innen als Ko-Autor*innen des Werkes im Moment der Vereinigung ernst.

Die spezielle Augmented Reality (AR) App wird in Zusammenarbeit des Advanced Visualisation Lab of the National Centre for Supercomputing Applications an der University of Illinois at Urbana-Champaign, dem Cyprus Institute, der DARIAH DIGISH Working Group und BEAMY.space entwickelt. Jürgen Weishäupl ist gemeinsam mit Gerald Matt für die Kuratierung der virtuellen Ausstellung verantwortlich.

Das Projekt war bereits im Bidbook zur Bewerbung Kulturhauptstadt Europas verankert und hat über den künstlerischen Stellenwert hinaus durch die einschränkenden Zugangsmaßnahmen zu Kunst und Kultur in Zeiten der Pandemie eine ganz neue Bedeutung erlangt. Das Projekt erlaubt unter Berücksichtigung aller Corona-Maßnahmen eine niederschwellige „Eroberung des Stadtraumes“ zu Fuß oder mittels Fahrrad und bringt breiten Bevölkerungskreisen Kunst näher – ebenso wie die Dornbirner Kultureinrichtungen.

Thomas Häusle

Leiter des Kunstraum Dornbirn

geboren 1962 in Bregenz, lebt in Dornbirn; Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Innsbruck; Universitätsassistent  an der Universität Innsbruck; Geschäftsführender Gesellschafter der Hubert Häusle GmbH & CoKG; Mitglied des Board of Directors Lobbe MTU GmbH; Beratungs-tätigkeit in den Bereichen unternehmerische Entwicklungs- und Zielprozesse, sowie unter-nehmerische Nachhaltigkeit; Gesellschafter und Kunstberater in der Kunstkontakt GmbH; Gründungspräsident des Vorarlberger Kunstvereins Magazin 4; Präsident der Kunsthalle Wien bis 2012; Masterstudium für Ausstellungstheorie und Praxis an der Universität für Angewandte Kunst, Wien; Leiter/Director des Kunstraum Dornbirn; Künstlerischer Leiter des Lichtkunstfestivals Lichtstadt Feldkirch.

Jürgen Weißhäupl

Projektleiter und Kurator

ist Kurator und Produzent von interdisziplinären Kunst- und Kulturveranstaltungen. Er studierte Theaterwissenschaft in Wien und Szenographie in Zürich. Nach dem Studium leitete er den Kulturverein MONDOTONDO in Palermo und konzipierte Ausstellungen, Streamings, Festivals und Kunst im öffentlichen Raum. Er produzierte Massentheater für 400.000 Besucher*innen, ein Anti-Mafia-Festival in Corleone und die Eröffnung der neuen Mailänder Messe. In Wien kuratierte er erst für die Kunsthalle, wurde dann als künstlerischer Leiter für das Kulturprogramm der Bundesregierung zur Fussball EM berufen und arbeitete anschließend als Kurator für Theater, Tanz und Performance für die Stadt Wien. In Folge produzierte er mit seiner Firma Ausstellungen, Festivals, Galas, Dome-Shows, TV-Filme etc. in ganz Europa, aber auch in Städten wie New York, Rio oder Moskau. 

Gerald Matt

Kurator

ist ein österreichischer Kurator, Autor, Kulturmanager und Direktor des Vienna Art Institute. Er ist Gastprofessor an der Universität für angewandte Kunst Wien und war Dozent an der CIAM (Center of International Art Management) in Köln, wo er Museums und Ausstellungsverwaltung unterrichtete. Außerdem lehrte er Kunsttheorie am Institut für Kunstgeschichte der Universität Innsbruck. Zwischen 1996 und 2012 war Gerald Matt Direktor der Kunsthalle Wien, einem international renommierten Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst. Matt hat mehrere Bücher zu Kunst- und Museumverwaltung veröffentlicht, darunter The Art of Museum Management (2019), Artists talk (2014), Gespräche, Austrian Art in the 60ies (2011), Economia e gestione di musei d’arte mit Alessia Zorloni (2011), Kultura i pieniadze, Zarzadzanie muzeum (2005) und Kommentare zu Kunst, Kultur und Politik (2006).