Steinbrener/Dempf & Huber

Crazy Horse - eine disruptive Falle

Steinbrener/Dempf & Huber ist eine Künstlergruppe (gegründet 2001), bestehend aus dem Bildhauer Christoph Steinbrener, dem Fotografen und Grafiker Rainer Dempf und dem Architekten Martin Huber. Ihre Arbeiten thematisieren und kritisieren gesellschaftliche Problemstellungen und Entwicklungen. Sie verhüllen beispielsweise sämtliche Werbeschilder einer Wiener Einkaufsstraße, hängen monumentale „Meteorite“ in eine Kirche oder ersetzen deren Deckengemälde durch eine Aufnahme der Erde aus dem Weltraum. Ihre Interventionen in den meist öffentlichen Raum sind in Österreich beinahe schon legendär. 

Ausstellung im STADTRAUM Schleifmühlgasse 6/im Hof 1040 Wien

Handarbeiten, 23.02.–21.04.2017

Im STADTRAUM der SAMMLUNG FRIEDRICHSHOF zeigen Steinbrener/Dempf & Huber ab Februar ihre nur selten präsentierten Studioarbeiten. Der Ausstellungstitel Handarbeiten bezieht sich auf den für die Gruppe eher ungewöhnlichen Produktionsprozess der gezeigten Werke. Die Umsetzung ihrer großformatigen Skulpturen wird meist ausgelagert. Die Handarbeit im Studio ermöglicht den Künstlern, im Gegensatz zu den minutiös zu planenden Abläufen bei Arbeiten für den öffentlichen Raum, ein freieres Herangehen. Der experimentelle Zugang ist charakteristisch für diese Werke, die auch als dreidimensionale Entwürfe und Ideenskizzen gelesen werden können. Die Künstler komponieren Sujets aus historischen Publikationen, Kopien wissenschaftlicher oder kultureller Bildwerke und Reproduktionen ihrer eigenen Arbeiten zu filigranen Collagen und Miniatur–Dioramen, indem sie diese ausschneiden, übereinander schichten, ineinander montieren und kleben. Assoziativ arrangieren sie Motive und Formen mit verschiedenen Größenverhältnissen und Volumen zu surrealistisch anmutenden Räumen. Daraus resultieren Überlagerungen, sowohl im Raum, als auch auf der Bedeutungsebene. Die Arbeiten wirken anekdotisch, humorvoll und spielerisch. Sie sind Konversations–Stücke im übertragenen Sinn, die das Gespräch und den künstlerischen Austausch zwischen dem Bildhauer, dem Fotografen und dem Architekten visualisieren. Die Werke geben Einblick in eine Methode der Bildfindung, die auf Recherche und dem Abarbeiten von Ideen durch die permanente Neuordnung und Erweiterung sich wiederholender Grundmotive in verschiedenen Raumsituationen beruht, wobei jeder der drei Künstler sein Handwerk einbringt. So entstehen einerseits vielschichtige Kunstwerke, andererseits wird durch die Methode des Durchdeklinierens wiederkehrender Motive, inhaltlich und formal, eine Essenz herausgearbeitet, welche reduziert und zugespitzt die Grundlage für Steinbrener/Dempf & Hubers pointierte großformatige Installationen im öffentlichen Raum bildet.

Kuratorin Michaela Seiser