Steinbrener/Dempf & Huber

Crazy Horse - eine disruptive Falle

 

Steinbrener/Dempf & Huber ist ein Künstlerkollektiv, das 2001 gegründet wurde und aus dem Bildhauer Christoph Steinbrener, dem Fotografen und Grafiker Rainer Dempf und dem Architekten Martin Huber besteht.

Die Künstler thematisieren in ihren Werken das Verhältnis von Zivilisation und Natur, sich verändernde gesellschaftliche Gefüge und Konstellationen, die Kommerzialisierung des urbanen Raums in hochzivilisierten Gesellschaften, sowie daraus resultierende ökonomische und soziale Sachverhalte. Die minutiös geplanten Projekte des Künstlertrios finden bevorzugt im öffentlichen Raum statt.

Seit einigen Jahren betreiben Steinbrener/Dempf & Huber zudem in den Schaufenstern ihres Gassenlokal-Studios im 2. Wiener Gemeindebezirk die Wandzeitung.

Für die Ausstellung im Kunstraum Dornbirn werden 2 Projekte realisiert, einerseits in der Montagehalle und gleichzeitig im öffentlichen, städtischen Raum Dornbirns.

Die Installation „Crazy Horse, eine disruptive Falle“ ab September 2017 im Kunstraum Dornbirn überrascht durch spekulative Ansichten der Halle im verkleinerten Maßstab. Die Künstler präsentieren die architektonische Interpretation der Montagehalle als raumfüllende Holzkonstruktion, die sich bei näherer Betrachtung als vielschichtiges und doppelbödiges Werk entpuppt.

Parallel dazu wird das Projekt „Kritische Masse“, eine epidemische Installation für Dornbirn, im öffentlichen Raum realisiert. Dabei stecken Schwärme von Schwarzspechten – wie Wurfgeschosse – an ausgewählten Orten im Stadtgebiet Dornbirns in Fassaden. Das Projekt spricht einerseits Themen wie das Verhältnis des überzivilisierten Menschen zur nicht kontrollierbaren Natur an, andererseits fungiert der Schwarm als Metapher für kollektive Intelligenz, also Gruppen- oder Schwarmintelligenz. Der Schwarmintelligenz wird das Potential unterstellt, Gesellschaft und Märkte zu transformieren. Als Beispiele hierfür dienen Smart Mobs (Flash Mobs) und die Critical Mass-Bewegung. Naturvorgänge werden hier in direkter Korrespondenz zu gesellschaftlichen Entwicklungen gesetzt.

Öffentliche Projekte und Ausstellungen

2005 wurden im Rahmen des Gründungs-Projektes „Delete!“ in der Wiener Neubaugasse alle kommerziellen Zeichen wie Geschäftsschilder oder Werbeplakate gelb verhüllt. Die dann folgende Projektserie „Copy/Paste“ ging den umgekehrten Weg: Werbung, Firmenlogos und PR-Affichen wurden hier ausdrücklich sichtbar gemacht, aber kontextuell verschoben und beabsichtigt falsch platziert, beispielsweise 2007 bei einem scheinbaren Umbau der Linzer Ursulinenkirche zu einer Starbucks-Filiale (Pass the Buck).

2008 ließ Jesuitenkosmos Andrea Pozzos Deckengemälde in der Wiener Jesuitenkirche unter einer aktuellen und säkularen Himmelskonstruktion verschwinden. Die Methode des Deplatzierens führte zur 2009 realisierten Ausstellung „Trouble in Paradise“ im Wiener Tiergarten Schönbrunn, bei der Steinbrener/Dempf & Huber Fremdkörper (Autos, Giftmüll-Fässer, Eisenbahnschienen) in den Tiergehegen installierten und damit die Konfrontation von Natur und Zivilisation thematisierten.

Die im Juni 2012 eröffnete Ausstellung „Freeze!“ im Naturhistorischen Museum Wien war der Versuch, den romantisierenden Blick der Tierdarstellung gegen einen realistischen Blick in Bezug auf die heutigen Verhältnisse wachsender Zivilisation auszutauschen. Dabei revitalisierten Steinbrener/Dempf & Huber ein altes naturwissenschaftliches Schauinstrument, das Diorama. In Zusammenarbeit mit den Tierpräparatoren des Museums zeigten sie Momentaufnahmen von Wildtieren in urbaner Umgebung, die man sonst nur aus Internet-Videos oder exotischen Reiseberichten kennt.

2014/15 brachten die Künstler in der Wiener Jesuitenkirche mit dem Projekt „To Be in Limbo“ einen gigantischen Felsen zum Schweben, der als Versuch einer Visualisierung von beunruhigenden, soziokulturellen Entwicklungen von Religionen gedeutet werden kann. Diese Installation wurde anschließend in Hamburg in der St. Katharinenkirche gezeigt.

2015 applizierte das Künstlerkollektiv auf dem Kopf des 43 Meter hohen Bismarckdenkmals in Hamburg einen Steinbock und thematisierte damit den wiederaufkommenden deutschen Nationalismus – Titel der Arbeit: „Capricorn Two“.

2016 eröffnete das Wiener Künstlerkollektiv nahezu zeitgleich die zwei weithin sichtbaren „Kommentare“ zur Architektur ihrer Stadt, die Skulpturen „Sign of the Times“ (an der Fassade des Hotel InterContinental) und Lunch Atop (auf dem Dach eines Wiener Hochhauses). Über den Dächern des 9. Bezirks, nahe dem Franz-Josefs-Bahnhof, ragt ein 18 Meter langer I-Träger in den Straßenraum. Auf diesem sitzen, ganz entspannt, fünf Personen.

Die Skulptur mit dem Titel „Lunch Atop“ ist die Replik einer Ikone der Fotografie von Charles C. Ebbets aus dem Jahre 1932, einem Sinnbild für Fortschritt und Kühnheit beim Bauen. Die Skulptur funktioniert als Zeichen und als weithin sichtbare Landmark. Zudem ist es eine freundliche Hommage an die, die solche Bauten realisieren und oft öffentlich unbeachtet bleiben: die Arbeiter.

Einladung zur Ausstellung: Einladung_E_Mail

Flyer Kritische Masse: Kritische_Masse_Karte

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Pressetext Ausstellung Steinbrener/Dempf&Huber

Crazy Horse, eine disruptive Falle

Hier finden Sie den Pressetext zur Ausstellung:

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