Inhalt
Igor Sacharow-Ross
Nicht gefiltert
Texte und Bilder zur Ausstellung
Zweisprachig (Deutsch/Englisch)
60 Seiten
Euro 19.- / SFr 30.-
ISBN 978-3-941185-83-8
erschienen im Verlag
für moderne Kunst Nürnberg, 2009
Meter lange spitz angeschnittene Stahlröhren durchstoßen gleich Injektionsnadeln Glasscheiben der Gemäuer des Kunstraums Dornbirn. Sie schweben im Innen- wie im Außenraum und wirken wie Fremdkörper, die in die Montagehalle der ehemaligen Rüschwerke eindringen und zugleich herausdrängen, ja die Mauern als die Außenhaut des Gebäudes durchdrungen haben gleich überdimensionalen Kanülen. Überraschend ist der erste Eindruck, da es sich hier keineswegs um eine gängige Metamorphose einer Kunsthalle handelt, und sowohl die PassantInnen als auch das Publikum neugierig macht und einlädt das Innenleben der Halle zu erforschen. Bei Eintritt des Publikums in die Halle wird dieses sofort auf subversive Art und Weise in Igor Sacharow-Ross´ Installation „Nicht gefiltert“ involviert. Gerüche, die einem bekannt oder fremd erscheinen mögen, werden über die Geruchsorgane sofort wahrgenommen. Der olfaktorische Aspekt der Installation wird nach den das Gebäude durchdringenden Injektionsnadeln zum zweiten bestimmenden Eindruck der Ausstellung. Im Innenraum stehen drei Stahlwannen mit je drei Meter Durchmesser auf der Raummittellinie aufgereiht. Jede Wanne scheint dabei auf einem Gerüst zu schweben, wobei Gasbrenner das Wasser in den Wannen köcheln lassen, die jeweils mit einem unterschiedlichen Kraut gefüllt sind: Beifuss, Johanniskraut und Löwenzahn. ...
Anna Karina Hofbauer