Kunstraum Dornbirn  >  Presse  >  2011 Alfred Graf

Uni ver sal mus eum

Alfred Grafs (*1958 in Feldkirch) künstlerischer Ansatz ist exemplarisch für eine heute aktuelle Durchmengung von Kunst und Wissenschaft: Seit Jahren erforscht Graf bildnerisch die Sedimente und Gesteinsformationen von Vorarlberg und anderen Landschaften; dabei ist er Wissenschaftler, Kurator und Künstler zugleich; einerseits trägt er die verschiedenen Essenzen der Landschaften wie Sande und Steine, Pollen und Bienenwachs gewissenhaft zusammen und bereitet sie in seinem Atelier alchemistisch auf, andererseits aber sollen sich die Materialien dann möglichst direkt und unbeeinflusst vom Künstler selbst ins Bild bringen. Sein Werk ist damit der paradoxe Versuch, durch große Artistik die Welt so sein zu lassen wie sie ist.

Auch seine Kunstraum-Installation „UniVersalMusEum“ überbrückt den vorgeblichen Gegensatz von subjektiver Kunst und objektiver Wissenschaft auf eigentümliche Weise. Präsentiert wird nicht ein fertiges Universalmuseum, sondern dessen ideale Blaupause: Ein hoher schlanker Wissensturm samt seiner sammelnden Zulieferer, seinen Nomenklaturen und zu füllenden Ordnungsstrukturen. Er berichtet von den Anfängen der Museumsidee an sich, vom noch unsicheren und tastenden Umgang mit den Dingen, er skizziert eine tollkühne Ordnung in den leeren Raum und lässt das Glück und den Schrecken von frühen Kunst- und Wunderkammern wieder erahnen.

 

 

 

 

Programm

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